NVIDIA SN2000 Switches
NVIDIA Spectrum SN2000 – 100GbE-Open-Ethernet-Switches mit 300 ns Latenz, geteiltem 16-MB-Puffer und Cumulus Linux, SONiC oder ONIE
Die NVIDIA Spectrum SN2000 Serie ist die Familie der ersten Spectrum-ASIC-Generation für Leaf, Spine und Out-of-Band-Management in Rechenzentren mit 1 bis 100GbE: Der SN2700 mit 32 × QSFP28 und 3,2 Tb/s als Spine oder 100G-Leaf, der SN2410 mit 48 × SFP28 und 8 × QSFP28 als 25G-Top-of-Rack, der SN2201 mit 48 × 1GBASE-T und 4 × QSFP28 als Management- oder 1G-Access-Switch sowie die halbbreiten SN2100 (16 × QSFP28) und SN2010 (18 × SFP28 + 4 × QSFP28), von denen zwei nebeneinander in eine Höheneinheit passen. Alle Modelle arbeiten im Cut-Through mit 300 ns Latenz, einem monolithischen, vollständig geteilten 16-MB-Paketpuffer ohne Paketverlust bei jeder Paketgröße, bis zu 256K geteilten Forwarding-Einträgen und Single-Pass-VXLAN-Routing. Die Hardware-Telemetrie What Just Happened (WJH) und Histogramme der Warteschlangentiefe im Sub-Mikrosekundenbereich liefern die Ursache von Paketverlusten, RoCE-Congestion-Management und adaptives Load Balancing unterstützen GPUDirect-Workloads. Als Open-Ethernet-Plattform wird die Serie wahlweise mit NVIDIA Cumulus Linux, NVIDIA Onyx (außer SN2201) oder als ONIE-Bare-Metal für SONiC, DENT oder eine andere ONIE-fähige NOS geliefert; Docker-Container laufen direkt auf dem Switch. Rack-Modelle haben 1+1-redundante Netzteile, N+1-Lüfter und wählbare Airflow-Richtung.
Technische Merkmale
| Hersteller | NVIDIA (ehemals Mellanox) |
| Modelle | SN2700: 32 × QSFP28 100GbE, 1U Standardtiefe; SN2410: 48 × SFP28 25GbE + 8 × QSFP28 100GbE, 1U kurze Bautiefe; SN2201: 48 × RJ45 1GBASE-T + 4 × QSFP28 100GbE, 1U; SN2100: 16 × QSFP28 100GbE, halbbreit 1U; SN2010: 18 × SFP28 25GbE + 4 × QSFP28 100GbE, halbbreit 1U |
| Ports und Breakout | QSFP28 mit 100/50/40/25/10GbE, per Splitter-Kabel 4 × 25G oder 4 × 10G bzw. 2 × 50G; maximale Portzahlen SN2700 32 × 100G / 64 × 50G / 64 × 25G, SN2410 8 × 100G / 16 × 50G / 64 × 25G, SN2201 4 × 100G / 8 × 50G / 16 × 25G, SN2100 16 × 100G / 32 × 50G / 64 × 25G, SN2010 4 × 100G / 8 × 50G / 34 × 25G; QSA28-Adapter für SFP28 in QSFP28-Ports; 4 Lanes × 25G NRZ je Port |
| Performance | Durchsatz 3,2 Tb/s / 4,7 Bpps (SN2700), 2 Tb/s / 2,97 Bpps (SN2410), 448 Gb/s / 667 Mpps (SN2201), 1,6 Tb/s / 2,38 Bpps (SN2100), 850 Gb/s / 1,26 Bpps (SN2010); Cut-Through-Latenz 300 ns auf allen Modellen; 16 MB monolithischer, vollständig geteilter Paketpuffer; Line-Rate ohne Paketverlust bei jeder Paketgröße |
| Tabellen und Forwarding | Bis zu 256K geteilte Forwarding-Einträge, dynamisch zwischen MAC, IPv4/IPv6-Routen und ARP/ND verteilt; 64-Wege-ECMP; bis zu 64 Ports je LAG; Multi-Chassis-LAG (MLAG) für aktiv/aktives L2-Multipathing; VXLAN-Skalierung laut NVIDIA sechsfach höher als vergleichbare Systeme |
| Netzwerkvirtualisierung | Single-Pass-VXLAN-Routing und -Bridging, EVPN über Cumulus Linux oder SONiC, IPv6-Segment-Routing; programmierbare Pipeline mit Deep Packet Inspection bis 512 Byte Tiefe; RoCE mit hardwarebeschleunigtem Congestion-Management, PFC/ECN und Load Balancing für GPUDirect-Workloads |
| Telemetrie | What Just Happened (WJH): ASIC-Ereignisse mit Zeit, Paket, Port und Ursache für verworfene Pakete; hardwarebeschleunigte Histogramme der Queue-Tiefe im Sub-Mikrosekundenbereich; Inband Network Telemetry (INT)-fähige Hardware; Streaming-Telemetrie; NVIDIA NetQ für Validierung, Trace und Lifecycle-Management |
| Betriebssystem | Werkseitig mit NVIDIA Cumulus Linux, NVIDIA Onyx (klassische CLI, nicht SN2201) oder ONIE-Bare-Metal; unterstützt Community-SONiC (ISSU ohne Ausfallzeit), DENT und Linux Switch (switchdev) mit FRR, Bird, XORP; Docker-Container mit SDK-Zugriff direkt auf dem Switch; NVIDIA-Bestellnummern 920-9N1xx mit Suffix für OS (X = Onyx, C = Cumulus, N = ONIE) und Airflow |
| Hardware | Dual-Core x86 (SN2700, SN2410, SN2201) bzw. Intel Atom x86 (SN2100, SN2010); 8 GB RAM; SSD 32 GB (SN2700, SN2410), 20 GB (SN2201), 16 GB (SN2100, SN2010); 1 × 100/1000-Management-Port, RJ45-Konsole, USB (Mini-USB bei halbbreiten Modellen) |
| Stromversorgung und Kühlung | SN2700, SN2410, SN2201: 2 hot-swap-fähige Netzteile 1+1 (550 W bzw. 250 W beim SN2201), 4 hot-swap-fähige Lüfter N+1, farbcodiert; SN2100, SN2010: 2 AC-Netzteile, nicht hot-swap; 100–264 V AC, 50–60 Hz; DC-Varianten für SN2410 und SN2700; Airflow P2C (Ports-zu-Netzteil) oder C2P je Bestellnummer; typische Leistung (ATIS) 150 W (SN2700), 165 W (SN2410), ca. 100 W (SN2201), 94 W (SN2100), 57 W (SN2010) |
| Design | SN2700 4,4 × 42,8 × 68,6 cm (Standardtiefe) oder 43,2 cm (kurz), 7,7–11,1 kg; SN2410 4,4 × 42,8 × 43,2 cm, 8,52 kg; SN2201 4,4 × 43,8 × 43,6 cm, 7,41 kg; SN2100 und SN2010 4,4 × 20 × 50,8 cm, 4,54 kg, zwei Geräte je 1U mit Rack-Kit 930-9NRKT-00JG; Betrieb 0–40 °C, 5–85 % rF, bis 2.000 m; CB, cTUVus, CE, FCC, VCCI, ICES, RCM, RoHS |
| Garantie | 1 Jahr eingeschränkte Hardware-Garantie (Return-and-Repair, 14 Werktage); NVIDIA-Support mit Next-Business-Day oder 4-Stunden-Technikereinsatz optional |
Einsatzbereiche
Die SN2000 ist die Grundlage für Leaf-Spine-Fabrics mit 25G-Servern und 100G-Spines: Der SN2410 nimmt 48 Server mit 25G-NICs im Rack auf und führt mit 8 × 100G zum Spine, der SN2700 bildet den Spine oder das 100G-Leaf für Storage- und GPU-Knoten, und die halbbreiten SN2100 und SN2010 liefern redundante Top-of-Rack-Paare für Hyperconverged-Cluster und Storage-Racks auf einer einzigen Höheneinheit. Der SN2201 ersetzt herkömmliche 1G-Management-Switches mit dem vollen Spectrum-Funktionsumfang – WJH-Telemetrie, geteiltem Puffer und 100G-Uplinks – oder bindet 1G-Server und Appliances an. Mit Cumulus Linux oder SONiC laufen EVPN-VXLAN-Overlays und BGP-Unnumbered-Fabrics; die verlustfreie RoCE-Unterstützung qualifiziert die Serie für NVMe-over-Fabrics und kleine GPU-Cluster mit ConnectX-Adaptern. Die QSFP28-Ports werden mit QSFP28-Transceivern für SR4, PSM4, CWDM4 oder LR4 bestückt, die SFP28-Ports mit SFP28 für 25G oder SFP+ für 10G; im Rack verbinden DAC-Kabel und Breakout-DACs Server und Leaf, zwischen Racks AOC-Kabel, 40G-Bestandssysteme QSFP+. Für 200G und höhere Portdichte folgt die NVIDIA SN3000, für 400G die NVIDIA SN4000.
Häufige Fragen zu NVIDIA SN2000 Switches
Cumulus Linux, Onyx oder ONIE – welche Variante bestellen?
NVIDIA liefert jedes SN2000-Modell werkseitig mit einem von drei Betriebssystemen, erkennbar am Suffix der Bestellnummer: C steht für Cumulus Linux, das Linux-native NOS mit NVUE-CLI, BGP/EVPN und Automatisierung über Ansible; X für Onyx (ehemals MLNX-OS) mit klassischer, an Industriestandards angelehnter CLI, das der SN2201 nicht unterstützt; N für ONIE-Bare-Metal, auf das sich Community-SONiC, DENT oder eine andere ONIE-fähige NOS installieren lässt. Cumulus Linux ist NVIDIAs strategische Plattform für Rechenzentrums-Fabrics, Onyx die Wahl für Teams mit klassischer CLI-Erfahrung und ONIE der Weg für SONiC-basierte Cloud-Umgebungen. Die Hardware ist in allen Varianten identisch.
Was leistet der geteilte 16-MB-Puffer gegenüber portgebundenen Puffern?
Der Spectrum-ASIC nutzt einen monolithischen Paketpuffer, den alle Ports dynamisch teilen: Ein überlasteter Port kann bis zum gesamten Pufferbestand belegen, statt auf einen festen Anteil begrenzt zu sein. Dadurch verarbeitet der Switch Microbursts – etwa viele Server, die gleichzeitig an einen Storage-Knoten senden (Incast) – ohne Paketverlust, während Ports ohne Last keinen Puffer blockieren. NVIDIA garantiert Line-Rate bei jeder Paketgröße und konstant 300 ns Latenz im Cut-Through-Modus. Für RoCE-Verkehr sorgen PFC und ECN im ASIC dafür, dass der Puffer als verlustfreie Klasse arbeitet, ohne die übrigen Klassen zu beeinträchtigen.
Wie unterscheiden sich SN2100 und SN2010 von den vollbreiten Modellen?
SN2100 und SN2010 sind halbbreite 1U-Switches von 20 cm Breite: Mit dem Rack-Kit 930-9NRKT-00JG sitzen zwei Geräte nebeneinander in einer Höheneinheit und bilden ein redundantes Top-of-Rack-Paar mit MLAG, ohne zwei Höheneinheiten zu belegen. Der SN2100 bietet 16 × 100G (1,6 Tb/s), der SN2010 18 × 25G plus 4 × 100G (850 Gb/s); beide nutzen einen Intel-Atom-x86, 16 GB SSD und zwei AC-Netzteile, die im Gegensatz zu SN2700, SN2410 und SN2201 nicht hot-swap-fähig sind, mit 94 bzw. 57 W typischer Leistung. Sie sind die Wahl für Hyperconverged-, Storage- und Edge-Racks mit wenigen Knoten; für 48 Server je Rack ist der SN2410 vorgesehen.
Alle NVIDIA SN2000 Switches bei Hexwaren sind originale NVIDIA-Produkte und werden mit ihrer NVIDIA-Bestellnummer sowie vollständiger Spezifikation gelistet. Das gesamte NVIDIA-Sortiment finden Sie auf unserer NVIDIA-Herstellerseite, alle Serien in der Übersicht Switches.